Der Autoankauf durch eine Privatperson

Gebrauchtfahrzeug Verkauf

Der Gebrauchtwagenmarkt boomt. Dabei erfolgen circa 95 Prozent der Besitzumschreibungen von Autos privat. Bei der Anschaffung eines Gebrauchtwagens stellt der Ankauf durch eine Privatperson eine gute Alternative zu herkömmlichen Gebrauchtwagenhändlern dar. Auch für Sie kann dies eine gute Möglichkeit sein, einen gebrauchten Wagen zu erwerben. Wir zeigen Ihnen, was es beim Vorgehen zu beachten gibt.

So gehen Sie vor

Bei einem gebrauchten Wagen ist es besonders wichtig, den exakten Restwert zu kennen. Als Laie kann man diesen oft nicht exakt beurteilen. Beim Privatankauf ist meist der Verhandlungsspielraum relativ groß, was bedeutet, dass Sie den Ankaufspreis wahrscheinlich etwas runter handeln können. Um den Preis bei der Verhandlung nicht unverschämt niedrig anzusetzen und besonders, um sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen, können Sie den Restwert des Wagens professionell von einem Fachmann ermitteln lassen. Das hilft Ihnen dabei, sich mit dem Verkäufer auf einen angemessenen und fairen Preis zu einigen. Wenn Sie sich für einen Gebrauchtwagen entschieden haben, vereinbaren Sie mit dem Verkäufer einen Besichtigungstermin. Ziehen Sie hierfür eine zweite Person zu Rate, die Sie bei der Begutachtung unterstützt. Willigen Sie nicht in die Vertragsklausel "Gekauft wie gesehen" ein. Der Fahrzeugzustand könnte schlechter sein, als angegeben. Fragen Sie nach der Unfallfreiheit des Wagens auch vor der Besitzzeit des Verkäufers nach, da sich frühere Unfallschäden auch nachhaltig auf das Fahrverhalten des Wagens auswirken können. Halten Sie den Ankauf in einem schriftlichen Kaufvertrag fest. Das gibt Ihnen und dem Verkäufer eine bestimmte Rechtssicherheit. Nach dem Ankauf sollten Sie das Auto mit den Fahrzeugpapieren bei der Kfz-Zulassungsstelle anmelden und auch Ihre Versicherung über den Kauf informieren.

Risiken beim Privatankauf

Damit die Freude über den Ankauf eines Gebrauchtwagens bestehen bleibt, sollten Sie diversen Fallen aus dem Weg gehen. Beim Ankauf wird Ihnen der ehemalige Fahrzeughalter einige Dokumente übergeben. Dazu gehören die Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2, sowie die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges und Prüfprotokolle, wie der TÜV-Bericht und das Inspektionsheft. Achten Sie darauf, dass die Dokumente vollständig sind und prüfen Sie mithilfe des Fahrzeugbriefs nach, ob Fahrzeughalter und Verkäufer identisch sind. Wenn dies nicht der Fall ist, könnte das Fahrzeug gestohlen sein. Fordern Sie gegebenenfalls eine Vollmacht an, um im Nachhinein nicht selbst der Eigentümer eines gestohlenen Wagens zu sein. Ein weiteres Risiko stellt Phishing dar. Das bedeutet, dass ein vermeintlicher Verkäufer über gefälschte E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten kommen möchte. Leiten Sie daher niemals sensible Daten per Mail weiter. Außerdem versuchen viele Verkäufer einen Interessenten bezüglich des Fahrzeugzustands zu täuschen. Zum einen werden Mängel und frühere Schäden oft geheim gehalten, um den Verkaufspreis hoch zu halten. Bei einer Probefahrt können Sie anhand des Fahrverhaltens Aufschluss über mögliche verdeckte Schäden erhalten. Zum anderen machen einige Verkäufer Falschangaben bei der Kilometerleistung eines Autos und manipulieren den Tacho. Digitale Tachos können mühelos mit einem passenden Gerät manipuliert werden. Ein Indiz für eine hohe Laufleistung sind verschlissene Pedale. Um sich zu vergewissern, können Sie die Kilometerleistung in einer Werkstatt kontrollieren lassen. Fordern Sie vom Verkäufer zusätzlich alle Rechnungen von Reparaturen ein, um zu prüfen, ob die Schäden ordnungsgemäß behoben wurden. Für ein sicheres Gefühl vor dem Ankauf gibt es die Möglichkeit, durch den ADAC, TÜV oder Dekra einen Gebrauchtwagencheck durchführen zu lassen. So erlangen Sie Gewissheit über den tatsächlichen Zustand des Fahrzeuges und können diesen mit einem guten Gefühl ankaufen. Der Verkäufer Ihres Wagens wird die Zahlung höchstwahrscheinlich in bar veranlassen, um sich vor dubiosen Käufern zu schützen. Bestehen Sie auf eine Geldübergabe an einem sicheren Ort, wie zum Beispiel bei Ihrer Hausbank. Dort können Sie mit dem Verkäufer zusammen das Geld einzahlen. Nehmen Sie vorsichtshalber eine Begleitperson mit.